
Das Data Storytelling Canvas unterstützt Teams dabei, Erkenntnisse, Beobachtungen und Wirkungsdaten in eine klare und lebendige Geschichte zu übersetzen. Es verbindet strategische Wirkungskommunikation mit konkreten Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag und dem Leben der Zielgruppen.
Dabei geht es nicht nur um Zahlen und Kennzahlen. Neben quantitativen Daten werden auch „Thick Data" einbezogen: Geschichten, Gesten, Situationen, Gespräche und Momente, an denen Wirkung sichtbar, hörbar oder spürbar wird. Das Canvas führt Schritt für Schritt von einem übergeordneten Thema über konkrete Beobachtungen bis hin zu einer Story, einem passenden Format und geeigneten Kommunikationskanälen.
Wofür wird das Canvas eingesetzt?
Das Canvas hilft euch, zentrale Punkte für Data Storytelling und Wirkungskommunikation festzulegen:
- Welche Wirkung möchten wir vermitteln?
- Welche Daten, Beobachtungen und Erlebnisse belegen diese Wirkung?
- Wo wird das Thema konkret sichtbar?
- Wer erlebt die Veränderung?
- Welche Geschichte lässt sich daraus erzählen?
- Welche Botschaft soll beim Publikum hängen bleiben?
- Über welches Format und welchen Kanal erreicht die Geschichte die richtigen Menschen?
So entsteht aus abstrakten Wirkungszielen eine konkrete Erzählung, die nachvollziehbar, glaubwürdig und anschlussfähig ist.
So arbeitet ihr mit dem Canvas
1. Jahresthema festlegen
Zu Beginn definiert ihr den inhaltlichen Rahmen: Welches Thema, welche Wirkung oder welche Entwicklung soll im Mittelpunkt stehen? Das kann ein strategischer Schwerpunkt, ein gesellschaftliches Anliegen, ein Projektziel oder eine zentrale Wirkung sein.
2. Persönliche Inspiration sammeln
Im Feld Inspiration haltet ihr fest, was euch persönlich mit dem Thema verbindet – was euer Interesse geweckt hat, welcher Moment euch berührt hat und warum das Thema für euch relevant ist. Die persönliche Verbindung hilft, eine glaubwürdige Erzählperspektive zu entwickeln.
3. Resonanzraum und Assoziationen öffnen
Hier wird das abstrakte Thema bewusst weit gedacht. Sammelt Begriffe und Bilder, Gefühle und Stimmungen, Werte, Erinnerungen, Widersprüche, Fragen und spontane Assoziationen. Dieser Schritt schafft sprachliches und emotionales Material für die spätere Geschichte.
4. Einen Realitäts-Check durchführen
Im Realitäts-Check sucht ihr nach konkreten Belegen. Neben Zahlen und Studien zählen vor allem Beobachtungen aus dem Alltag: Gespräche, Aussagen, Gesten, Situationen, Verhaltensänderungen, prägende Momente. Die Leitfrage: Woran können wir die Wirkung tatsächlich erkennen?
5. Konkrete Orte identifizieren
Wirkung zeigt sich an bestimmten Orten und in bestimmten Situationen. Überlegt: Wo können wir das Thema beobachten? Wo treffen Menschen aufeinander? Welche konkrete Szene macht die Wirkung sichtbar? Das kann ein Arbeitsplatz, eine Veranstaltung, ein öffentlicher Raum oder ein digitaler Raum sein.
6. Die Wirkung „bei uns" betrachten
Richtet den Blick auf die eigene Organisation: Wie zeigt sich das Thema bei uns? Was erleben Mitarbeitende konkret? Welche Routinen verändern sich, wo entstehen neue Perspektiven, welche Lernmomente gibt es?
7. Die Perspektive des Publikums einnehmen
Anschließend betrachtet ihr, was bei den Menschen außerhalb ankommt: Was tun sie konkret? Welche Reaktionen, Aussagen, Entscheidungen oder Verhaltensänderungen werden sichtbar? Was verstehen oder fühlen Menschen anders als zuvor?
Mit dem Story-Baukasten eine Geschichte entwickeln
Der Story-Baukasten hilft, aus den Beobachtungen eine klare Dramaturgie zu entwickeln:
1. Wer und wo?
Legt die Welt der Geschichte fest – Personen, Ort, Atmosphäre, sinnliche Details. Konkrete Personen und Orte machen eine Geschichte anschaulich.
2. Was passiert?
Beschreibt den auslösenden Moment: Welche Handlung beginnt? Welcher Blick, welche Geste oder welcher Satz verändert die Situation? Hier entsteht der Funke.
3. Was ist der Knackpunkt?
Jede starke Geschichte braucht Spannung – ein Widerstand, ein Konflikt, ein überraschender Moment, eine offene Frage oder ein Perspektivwechsel. Der Knackpunkt zeigt, warum Veränderung bedeutsam ist.
4. Was ist das Ergebnis?
Was ist nachher anders als vorher? Welche Erleichterung, Erkenntnis oder Bewegung entstand? Das Ergebnis muss kein vollständiger Erfolg sein – auch ein erster Schritt oder ein Lernmoment ist relevant.
5. Was bleibt?
Formuliert den Kern: Welche Botschaft soll hängen bleiben? Welche Erkenntnis nimmt das Publikum mit? Dieser Kern bildet die Grundlage eurer Wirkungskommunikation.
Im Feld Unsere Story bringt ihr alles zusammen. Eine gute Wirkungsstory verbindet drei Ebenen: Daten geben Orientierung. Beobachtungen schaffen Glaubwürdigkeit. Geschichten erzeugen Bedeutung.
Format, Partner und Kanäle auswählen
Nicht jede Geschichte funktioniert in jedem Format. Mögliche Formate: Kurzfilm/Video, Social-Media-Serie, Interview, Reportage, Fotostrecke, Podcast, Ausstellung, Artikel, Infografik, Live-Veranstaltung, Newsletter oder interaktives Format. Prüft außerdem, welche Partner:innen ihr für die Umsetzung braucht.
Im letzten Schritt entscheidet ihr über die Kanäle – nicht möglichst viele, sondern den passenden Ort für die jeweilige Zielgruppe: Website, Social Media, Newsletter, Pressearbeit, interne Kommunikation, Veranstaltungen, Publikationen, Partnernetzwerke oder analoge Räume.
Was bringt das Data Storytelling Canvas?
Das Canvas schafft eine gemeinsame Grundlage für wirkungsorientierte Kommunikation. Es hilft Teams dabei,
- abstrakte Wirkungsziele in konkrete Geschichten zu übersetzen,
- quantitative und qualitative Daten zu verbinden,
- relevante Beobachtungen systematisch zu sammeln,
- die Perspektiven von Mitarbeitenden und Publikum einzubeziehen,
- eine klare Kernbotschaft zu entwickeln,
- emotionale Geschichten glaubwürdig mit Daten zu unterfüttern,
- geeignete Formate, Partner:innen und Kanäle auszuwählen.
Besonders wertvoll: Das Canvas fragt nicht nur, was kommuniziert werden soll, sondern auch, woran die Wirkung erkennbar ist und warum sie für Menschen relevant ist. Es eignet sich u. a. für Wirkungskommunikation, Jahres- und Wirkungsberichte, Kampagnen, Fundraising, Strategieprozesse, Evaluationen und redaktionelle Planung.
Canvas als PDF
Ladet euch das Data Storytelling Canvas als druckbares Arbeitsblatt herunter – für Workshops, Redaktionsplanung oder die Strategiearbeit.
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